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Die magische Nähmaschine

 

 

Die magische Nähmaschine!

 

 

Im Spätsommer 2017 besuchte ich meinen Neffen Dominik.  Er entstaubte gerade in seiner Garage eine alte Singer Nähmaschine. Der erste Gedanke beim Anblick dieses alten Schätzchens war, dass ich als Kind an solch einem Modell meine ersten Nähversuche tätigte. Ich muss so 4 oder 5 Jahre jung gewesen sein. Die Fußpedale konnte ich mit meinen Füßen im Sitzen noch nicht erreichen. Deshalb versuchte ich es im Stehen. Das funktionierte. Stehend trampelnd entstanden die ersten Nähte auf ausgedienten Handtüchern, die mir als Stoffproben dienten. Gerade Nähte, Kurven, große und kleine Stiche, Stofflappen übereinander, kreuz und quer, hin und her.

 

 

Bald versuchte ich die ersten Anziehsachen für meine Puppen herzustellen. Einen Fingerschutz gab es zu der Zeit noch nicht, trotzdem verletzte ich mich nie. In meinen Finger nähte ich mir das erste Mal mit 40 !

 

 

Die Nähmaschine stand im Obergeschoss, im Schlafzimmer meiner Eltern, an dessen Hausseite auch die Terrasse lag. Im Sommer, wenn die Familie draußen saß, drang das Geräusch der Maschine an ihre Ohren. Manchmal riefen sie genervt, ich solle aufhören, sie wollten sich unterhalten. Und meine Mutter meinte: „ Das Kind ist verrückt, es steht nur noch an der Nähmaschine“.

 

 

Das Geräusch des alten Trethobels veränderte sich je nach Geschwindigkeit durch schwaches oder kräftiges Treten der Pedale. Das machte mir großen Spaß und ich verstand nicht, warum ich aufhören sollte. Auch die unterschiedlichen Töne hörte ich gerne. Ich ließ mich von den Erwachsenen nicht aufhalten. Fleißig trat ich mit meinen kleinen Füßen in die Pedale. Das Zusammennähen der Stoffreste begeisterte mich.

 

 

Wehmütig schaute ich meinen Neffen an und sagte: „ Schade, dass ich meine erste Nähmaschine nicht mehr habe.“

 

 

„ Ich will sie verkaufen, “ erwiderte er.

 

 

„Vielleicht nehme ich sie!“

 

 

Wieder zu Hause, überlegte ich, welchen Platz ich der Maschine geben könnte. Nur die braune Tischplatte gefiel mir nicht. Türkis dachte ich, das wäre frisch und munter.

 

 

Drei Tage später schrieb ich Dominik über WhatsApp, dass ich die Maschine gerne hätte. Die braune Tischplatte fände ich jedoch nicht so prickelnd, ich könnte sie mir in einem Türkis vorstellen. Drei Minuten später bekam ich ein Foto von ihm mit der Frage: „Etwa so?“ Das Foto zeigte mir die Nähmaschine in einem neuen Kleid und zwar in Türkis.

 

Ich war überwältigt. Nun wollte ich dieses Schätzchen unbedingt haben.

 

 

 

Erika Bröckling